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Resident Evil kehrt zurück – Klassiker als stille Korrektur der Content-Cuts

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Resident Evil kehrt zurück – Klassiker als stille Korrektur der Content-Cuts
21.04.2026 um 14:40 Uhr - apple_dice
Capcom hat die klassischen Teile der Reihe Resident Evil, Resident Evil 2 und Resident Evil 3: Nemesis erneut auf Steam veröffentlicht. Was auf den ersten Blick wie eine längst überfällige Rückkehr wirkt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als ein Schritt, der ebenso viele Fragen aufwirft wie er beantwortet.

Die Grundlage dieser Neuveröffentlichung bilden im Kern die bereits bekannten PC-Fassungen, wie sie zuvor etwa über GOG verfügbar waren. Eine echte Überarbeitung bleibt jedoch aus. Weder wurden nennenswerte Komfortfunktionen ergänzt, noch hat man sich sichtbar darum bemüht, die technische Substanz auf ein zeitgemäßes Niveau zu heben. Stattdessen liefert Capcom eine minimal angepasste Version der Originale aus, die eher den Charakter einer Archivkopie trägt als den einer bewusst kuratierten Neuauflage.

Capcom hat die klassischen Teile der Reihe Resident Evil, Resident Evil 2 und Resident Evil 3: Nemesis erneut auf Steam veröffentlicht. Was auf den ersten Blick wie eine längst überfällige Rückkehr wirkt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als ein Schritt, der ebenso viele Fragen aufwirft wie er beantwortet.

Die Grundlage dieser Neuveröffentlichung bilden im Kern die bereits bekannten PC-Fassungen, wie sie zuvor etwa über GOG verfügbar waren. Eine echte Überarbeitung bleibt jedoch aus. Weder wurden nennenswerte Komfortfunktionen ergänzt, noch hat man sich sichtbar darum bemüht, die technische Substanz auf ein zeitgemäßes Niveau zu heben. Stattdessen liefert Capcom eine minimal angepasste Version der Originale aus, die eher den Charakter einer Archivkopie trägt als den einer bewusst kuratierten Neuauflage.

Besonders kritisch wird in diesem Zusammenhang der Einsatz des sogenannten Enigma-DRM bewertet. Während die DRM-freien Varianten auf anderen Plattformen stabil und problemlos laufen, bringt der zusätzliche Kopierschutz auf Steam bekannte Nebenwirkungen mit sich. Nutzer berichten von Performance-Problemen, eingeschränkter Kompatibilität und Konflikten mit Modifikationen. Damit entsteht ein bemerkenswerter Widerspruch: Ein funktionierendes Produkt wird nachträglich mit einer technischen Schicht versehen, die dessen Qualität in Teilen untergräbt.

Diese Entscheidung steht exemplarisch für einen Umgang mit dem eigenen Katalog, der weniger von kuratorischem Anspruch als von operativer Zweckmäßigkeit geprägt scheint. Gerade vor dem Hintergrund der Bedeutung dieser Titel für das Survival-Horror-Genre wäre eine sorgfältigere Aufbereitung nicht nur naheliegend, sondern erwartbar gewesen. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass hier vor allem Geschwindigkeit und Verfügbarkeit priorisiert wurden.

Umso interessanter ist der Zeitpunkt der Veröffentlichung. Capcom hat in den vergangenen Jahren erhebliche Ressourcen in moderne Neuinterpretationen investiert, allen voran in das Resident Evil 2 und Resident Evil 3. Diese Remakes wurden zwar für ihre technische Umsetzung und Inszenierung gelobt, standen jedoch gleichzeitig in der Kritik, zentrale Inhalte der Originale gekürzt oder vollständig gestrichen zu haben. Insbesondere der dritte Teil gilt vielen Spielern als Beispiel dafür, wie stark sich moderne Adaptionen vom Umfang und der Struktur ihrer Vorlagen entfernen können.

Vor diesem Hintergrund lässt sich die jetzige Veröffentlichung der klassischen Versionen auch als strategische Korrektur lesen. Weniger als nostalgische Rückbesinnung, sondern vielmehr als implizite Ergänzung zu den Remakes. Capcom stellt damit jene Inhalte wieder bereit, die in den Neuauflagen fehlen, ohne sie jedoch in einen zeitgemäßen Rahmen zu überführen. Es ist gewissermaßen eine nachgelagerte Kompensation, die das Gesamtbild der Reihe abrunden soll, ohne die eigenen Entscheidungen offen zu revidieren.

Das Ergebnis ist ein ambivalentes Gesamtbild. Die Spiele selbst haben nichts von ihrer Wirkung verloren. Atmosphäre, Leveldesign und Spannungsaufbau funktionieren auch heute noch und erinnern daran, warum diese Titel als Grundpfeiler ihres Genres gelten. Die Art und Weise ihrer Wiederveröffentlichung hingegen bleibt hinter diesem Anspruch zurück.

Capcom liefert die Klassiker zurück auf den Markt, aber nicht in der Form, die ihrem Stellenwert entsprechen würde. Die Substanz überzeugt weiterhin, doch die Präsentation wirkt funktional, teilweise sogar widersprüchlich. Am Ende entsteht der Eindruck, dass nicht der Publisher die eigenen Klassiker aufwertet, sondern die Klassiker erneut die Schwächen des Publishers überdecken.

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